Salbei lässt sich im Spätsommer gut über Stecklinge vermehren, was besonders praktisch ist, wenn die Mutterpflanze auf dem Balkon den Winter draußen möglicherweise nicht übersteht. Junge Stecklinge auf dem Fensterbrett gedeihen dagegen auch in der kälteren Jahreszeit weiter und liefern frische Blätter für die Küche.
Stecklinge schneiden und bewurzeln
Wählen Sie für die Stecklinge nicht verholzte, aber bereits etwas kräftigere Triebspitzen aus, die noch flexibel und nicht zu weich sind. Schneiden Sie ein Stück von etwa einer Handspanne Länge direkt unterhalb eines Blattpaares ab, denn genau dort bilden sich später leichter neue Wurzeln.
Entfernen Sie die unteren Blätter des Stecklings vollständig, sodass ein sauberer, blattloser Abschnitt zum Einstecken in die Erde bleibt. Zu viele Blätter am unteren Teil würden im feuchten Substrat leicht faulen und die Bewurzelung erschweren.
Stecken Sie die vorbereiteten Triebe in ein leichtes, gut durchlässiges Substrat und halten Sie dieses gleichmäßig, aber nicht durchnässt feucht. Ein heller Platz ohne direkte pralle Sonne beschleunigt die Bewurzelung, ohne die zarten Stecklinge zu stressen.
Nach einigen Wochen zeigen leichte Zugversuche am Steckling, ob sich bereits Wurzeln gebildet haben, da spürbarer Widerstand auf ein wachsendes Wurzelsystem hindeutet. Erst dann sollten die jungen Pflanzen in einen eigenen kleinen Topf umziehen.
Stellen Sie die bewurzelten Stecklinge anschließend an ein helles Fensterbrett, wo sie über den Winter langsam weiterwachsen können. So steht schon zum nächsten Frühjahr kräftiger, gut etablierter Salbei bereit.
Beschriften Sie die Töpfe mit dem Datum der Steckung, damit Sie später leicht nachvollziehen können, wie lange die jungen Pflanzen tatsächlich zum Bewurzeln gebraucht haben. Diese kleine Notiz erleichtert die Planung, wenn im nächsten Jahr erneut Stecklinge gezogen werden sollen.
Mit dieser einfachen Methode lässt sich eine einzelne Salbeipflanze mehrfach vermehren, ohne dass dafür neue Pflanzen gekauft werden müssen. Der Aufwand ist gering, der Nutzen für die Küche im Winter dagegen spürbar groß. Auf diese Weise lässt sich auch das Risiko verringern, im Winter plötzlich ganz ohne Salbei dazustehen, falls die Mutterpflanze auf dem Balkon der Kälte doch nicht standhält.